Gebrochene-Poesie-Buchpreis-2015.jpg
 ist es  wie es sein dürfte es sein darf wie es sein könnte es sein kann wie es sein sollte es sein soll wie es sein müsste es sein muss wie es is

ist es 
wie es sein dürfte
es sein darf
wie es sein könnte
es sein kann
wie es sein sollte
es sein soll
wie es sein müsste
es sein muss
wie es is

 unterwegs sein dahin wo wir nie ankommen werden              um uns  hier zu erinnern dass wir nie da gewesen waren              und  dorthin zurück zu gehen wo wir nie weg gegangen sind

unterwegs sein
dahin
wo wir
nie ankommen werden
            
um uns 
hier
zu erinnern
dass wir
nie da gewesen waren
            
und 
dorthin
zurück zu gehen
wo wir
nie weg gegangen sind

Gebrochene-Poesie-Uckermark-2.jpg
 Aufrichtig der Spur folgen immer früh genug das kleine bisschen zu spät sein inzwischen lebt das Bild den Rhythmus aufgeweckter Weite die Umkehr erzwingt höflich den verpassten Sonnenuntergang berührt ergriffen das unverwandte Nächste und ein Wind bringt Frühsommersilben in Böen nach Westsüdwest

Aufrichtig
der Spur folgen
immer
früh genug
das kleine bisschen
zu spät sein
inzwischen
lebt das Bild
den Rhythmus
aufgeweckter Weite
die Umkehr erzwingt
höflich
den verpassten Sonnenuntergang
berührt ergriffen
das unverwandte Nächste
und ein Wind
bringt Frühsommersilben
in Böen
nach Westsüdwest

 Es duftet  nach den Liebesperlen  an Kindertagen so viel kleine runde Süße in den Mund geschüttet zwischen Zunge und Gaumen  hin und her rollen dass es im Kopf raschelt und weiter  war nichts zu tun   

Es duftet 
nach den Liebesperlen 
an Kindertagen
so viel kleine runde Süße
in den Mund geschüttet
zwischen Zunge und Gaumen 
hin und her rollen
dass es im Kopf raschelt
und weiter 
war nichts zu tun

 

 Geht eine Liebe lässt dieser Schmerz dich aufgekrempelt liegen alles ist weniger möglich auch ganz weit hinten wo die Straße ins Land biegt bist du noch nicht da wohin die Tannen  ihre Dächer neigen wo es zeitig hell wird und den Jäger die Kugel noch nicht traf

Geht eine Liebe
lässt dieser Schmerz
dich aufgekrempelt liegen
alles ist weniger
möglich
auch ganz weit hinten
wo die Straße ins Land biegt
bist du noch nicht da
wohin die Tannen 
ihre Dächer neigen
wo es zeitig hell wird
und den Jäger
die Kugel noch nicht traf

 Im Traum  war der Traum vom Aufwachen mit der Frage ob es ein Traum war weil nichts war als die Erinnerung die war wie  im Traum

Im Traum 
war der Traum
vom Aufwachen
mit der Frage
ob es ein Traum war
weil nichts war
als die Erinnerung
die war wie 
im Traum

 So färbt die verblühende Sonne mir dunkelgrün  das Gras entgegen endet dieser Tanz mit bloßen Füßen  auf brechend brauner Erde im abendfeuchten Feld  rosa sacht ergraut und weich gemalt  fließt unser Schatten schmal und schön an uns vorbei und dein Herbsthaar  ist ein Nest  aus rotem Gold leg mich hin wo es nach  großen blauen  Pflaumen und rauen  Birnenschalen riecht

So färbt die
verblühende Sonne
mir dunkelgrün 
das Gras entgegen
endet dieser Tanz
mit bloßen Füßen 
auf brechend
brauner Erde
im abendfeuchten Feld 
rosa sacht ergraut
und weich gemalt 
fließt unser Schatten
schmal und schön
an uns vorbei
und dein Herbsthaar 
ist ein Nest 
aus rotem Gold
leg mich hin
wo es nach 
großen blauen 
Pflaumen und rauen 
Birnenschalen riecht

 Es braucht die Zeit, die es braucht, um aufzublüh’n und Geduld, die lange Weile zu halten, dass sich die Alltagsschönen still entfalten, weltklug weniger statt mehr dazu bemüh’n.  Unendlich gerade schneidet die Eile, was die kalte Sophie noch verwandelt hat, drunter treibt porzellanweiß das Rosenblatt und es drängt, dass sich alles neu verteile.  Nur was hindurch geht, ist möglich zu denken, übt sich, gewählt Bedenken zu verschenken, bleibt zeitweilig stehen, sieht nach, was schon war,  löst den Wechsel auf die Gelassenheit ein, lässt vergängliche Zierde dem schönen Schein. Wesen ist Makel, Gewinn und innen klar.

Es braucht die Zeit, die es braucht, um aufzublüh’n
und Geduld, die lange Weile zu halten,
dass sich die Alltagsschönen still entfalten,
weltklug weniger statt mehr dazu bemüh’n.

Unendlich gerade schneidet die Eile,
was die kalte Sophie noch verwandelt hat,
drunter treibt porzellanweiß das Rosenblatt
und es drängt, dass sich alles neu verteile.

Nur was hindurch geht, ist möglich zu denken,
übt sich, gewählt Bedenken zu verschenken,
bleibt zeitweilig stehen, sieht nach, was schon war,

löst den Wechsel auf die Gelassenheit ein,
lässt vergängliche Zierde dem schönen Schein.
Wesen ist Makel, Gewinn und innen klar.